Neues Badeangebot Oberstdorf

Positionspapier der UOL Fraktion im Marktgemeinderat zur Entwicklung einer einzigartigen und spezifisch auf Oberstdorf abgestimmten Gestaltung der neuen "Oberstdorf Therme"

Inhalt & Freigabe:

UOL – Oberstdorf, Fraktion:

  • Anton Weiler (Fraktionsführer)
  • Josef Dornach (Stlv. Fraktionsführer)
  • Max Hornik (Referent Bauwesen)

Version 3.2
Veröffentlichung: 25.11.2016

Verteiler:

  • Bürgermeister- & Hauptamt Markt Oberstdorf
  • Alle Marktgemeinderäte Markt Oberstdorf
  • Freunde der Oberstdorf Therme (z.H. Hr. Bohlens)
  • projectm.de (z.H. Hr. Jarosch)

1. Einführung

Unser Positionspapier zeigt Möglichkeiten auf, wie in Oberstdorf ein neues Bade-/Wasserangebot nach unserer Auffassung errichtet werden soll. Zielsetzung muss sein, dass die „Neue Therme“ nach den Grundsätzen der:

  • AUTHENTIZITÄT
  • EINZIGARTIGKEIT
  • NACHHALTIGKEIT

errichtet und betrieben wird.

Die oben genannten Schlagworte werden oft als leer Worthülsen verwendet und sollen daher mit dieser Broschüre mit Inhalten gefüllt werden. Die einzelnen Punkte sind nicht technisch ausgereift und können daher auch nicht mit Kosten beziffert werden. Dies aufzuarbeiten sehen wir als Kernaufgabe der beauftragten Planer und Projektsteuerungsgruppe.

2. Standort

Grundsätzlich soll am Standort der bestehenden „Oberstdorf Therme“ ein neues Bad entstehen, welches die typische Oberstdorfer Region wiederspiegelt.

Nach zahlreichen Gesprächen mit Bürgern, Vermietern und Gästen ist die UOL-Fraktion, nach einem intensiven Abwägungsprozess davon überzeugt, dass an diesem Standort festgehalten werden muss. Ein entsprechender Beschluss wurde im Gemeinderat bereits gefasst und ist daher unstrittig;

Unserer Auffassung nach muss die Gemeinde zwingend ein neues, schlüssiges Verkehrskonzept für den gesamten Kernbereich von Oberstdorf erstellen, welches den Bedürfnissen der neu entstehenden Infrastruktur gerecht wird. Es reicht nicht aus, „einfach“ ein Parkhaus zur Therme zu planen.

Der ÖPNV sollte Badegäste von ausgelagerten Parkflächen kostenlos zum Bad transportieren um einen Anreiz für das „Ausserhalbparken“ zu schaffen.

Vielmehr muss der gesamte zentrale Bereich um das Oberstdorf-Haus im Hinblick auf die folgenden Punkte in diesem Verkehrskonzept berücksichtigt werden:

  • Standort Grundschule mit Turnhalle und Kindergarten (Schulbusse…)
  • Oberstdorf Haus mit:
    • Gemeindeverwaltung mit Bürger- und Parteiverkehr
    • Tourismusbetrieb als zentrale Anlaufstelle für Vermieter und Gäste
    • Veranstaltungs- und Saalbetrieb
    • Sondernutzungen (Tagungen…)
  • Kurpark, mit temporärem Veranstaltungsbetrieb
  • Haus Birkeneck (Besitz Marktgemeinde)*
  • Gesundheitsachse zwischen Bad und Oberstdorf Haus*
  • Areal um das „Neue-Alte“ Rathaus*

Die Zukunft der mit * gekennzeichneten Punkte, ist derzeit leider immer noch nicht abschließend geklärt und muss im Zuge der Umsetzung eines neuen Bades (in angemessenem Zeitrahmen) im Marktgemeinderat behandelt werden, was wir hiermit abermals zur Geamtbetrachtung fordern.

3. Authentische Bauweise

Leider ist vielerorts zu erkennen, dass die Vorgabe: „ortstypischer Baustil“ fehlinterpretiert wird. Auch wir fordern, dass sich das neue Bad vom Baustil her in der Allgäuer Baukultur wiederfinden muss! Damit ist jedoch nicht gemeint, dass die Gestaltung des neuen Bades einer „Holzschinde“ oder einem Bauernhof gleichen muss. Keinesfalls soll aus Zwang eine alpenländische Fassade an einen nicht dazu passenden Baukörper „genagelt“ werden. Vielmehr ist mit „typisch“ folgendes gemeint:

Auswahl der Baustoffe

Holz, als „der“ charakteristische Baustoff aus unserer Region. Wir fordern den Einsatz von heimischer Lärche, Weißtanne und Fichte , statt „Mahagoni“ oder „sibirischer Lärche“ …

Steingut- und Felsbaustoffe aus den Regionen der Bayerischen-/Allgäuer Alpen, statt „griechischem Marmor“ oder „italienischen Stuckarbeiten“…

Glas, in angemessenem Umfang, als „das“ lichtbringende Element um auch im Inneren des Bades die Einflüsse von außen erleben zu können. Wir fordern Glaselemente, statt großflächigen Fotowänden, die eine Landschaft nur simulieren…

Bauart

Es ist nicht nur aus ökologischer Sicht darauf zu achten, dass sich unsere Region in der Auswahl der Baustoffe wiederfindet, auch der Baukörper muss die Region insgesamt wiederspiegeln. Der Besucher soll schon von außen sowie dann im Inneren Bereich feststellen, dass ein „08-15-Bau“ bewusst vermieden wurde. Im schlimmsten Fall fühlt sich der erholungssuchende Gast schon beim Anblick der Therme, wie bei sich zu Hause in der Stadt. So darf es auch nicht vorkommen, dass der Besucher schon im Eingangsbereich dieselben Standard-Fliesen vorfindet, welche er auch jeden Tag als erstes zu Gesicht bekommt, wenn er in sein Büro geht.

Oberstdorf braucht im Ortskern sicherlich keine zwanghaft alpenländische Baukultur oder was oftmals damit missbräuchlich in Verbindung gebracht wird. „Oberbayerische Balkonbrüstungen“ und „Tiroler Spitzdächlein“ an jeder Ecke, sind beispielsweise nicht mit „alpenländisch“ gemeint.

Es muss daher genau abgewogen werden, wie man ein neues Gebäude gestaltet (ohne dass architektonischer Futurismus und Purismus dominieren) und es sich trotzdem modern und maßvoll in das Ortsbild einfügt. Werden traditionelle Handwerkskunst- und Wissen in dem Bau integriert, kann auch somit ein Alleinstellungsmerkmal erzielt werden, welches unseren Vorstellungen entspricht. Diese Faktoren müssen schnellstmöglich zur Beratung in den Gemeinderat gebracht werden um entsprechend Einfluss nehmen zu können, bevor eine fortgeschrittene Gesamtplanung keine anderen Möglichkeiten mehr bietet und bevor der „Zeitdruck“ den Gemeinderat in eine Richtung „zwingt“.

4. Einzigartigkeit

Nach unserer Auffassung muss das neue Bad zwingend unsere Region sowie unsere Kultur wiederspiegeln. Denn sowohl Region als auch Kultur sind einzigartig. Nur so können wir ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal erreichen. Nach aller Möglichkeit muss dem Besucher unser Dorf und die dazugehörigen Täler näher gebracht werden. Somit kann zusätzlich eine echte Schlechtwetteralternative entstehen: „Oberstdorf und seine Täler erleben – egal bei welchem Wetter“. Hierzu ist es nötig ortstypische Elemente im gesamten Portfolio des Bades einzubeziehen. Darunter verstehen wir beispielsweise:

Anwendungsbereiche

  • Saunaaufguss mit echtem Oberstdorfer Alpwiesenheu statt „Hopfenaufguss aus der Hallertau“…
  • Erholungsbereich am „Gerstruber Kachelofen“ statt „Chill out Lounge“ am offenen Kamin…
  • „Hautpeeling mit heimischem Bienenhonig“ statt Seetang- und Algenprodukte vom Toten Meer…

Oberstdorf mit seinen Tälern und Ortsteilen kann eine Vielzahl von typischen Rohstoffen aufweisen, die schon früher wie heute als Heilmittel ihre Verwendung fanden und finden. Insbesondere ist hier an echtes Alpenwiesenheu, Molke- und Molkeprodukte, Bienenhonig- und Bienenhonigprodukte, diverse Kräuter- und Alpenkräuter-Extrakte, Tannen- u. Kierfernadelerzeugnisse uvm. zu denken.

All diese Produkte sind authentisch und können u. A. für Heilbäder, Aufgüsse, Massagen und andere äußerlichen Anwendungen angeboten werden. Ein türkisches „Hamam-Bad“ beispielsweise bekommt man als Pauschaltourist in jedem drittklassigen „Spa“ weltweit geboten und als Pauschaltourist darf sich niemand in dem Bad, das einzigartig sein soll, fühlen. Auch mit der Geschichte des Pfarrers Kneipp (als Kneippkurort) kann ein Bezug zum Ort in den klassischen Anwendungsbereichen hergestellt werden.

Gastronomie

  • „Bergkräutersalat mit gebratenen Filetstreifen vom Allgäuer Weiderind“ , statt „Fitness-Salat-Madagaskar“ oder noch schlimmer, einem „Pastinakenschaumsüppchen mit schwedischen Flusskrebsschwänzchen an Majoranschaum“…

Die Produkte der Oberstdorfer Natur sowie weitere heimische Erzeugnisse wie Käse, Butter, Milch und div. Fleisch- Obst- und Gemüsesorten sollten das Speiseangebot im neuen Bad dominieren. All diese Produkte können sehr gut als „Leichte- und gesunde Kost“ verarbeitet- und angeboten werden und sind ein kulinarisches Spiegelbild unserer landwirtschaftlich geprägten Region.

Im schlimmsten Fall erkennt der gestresste Manager, welcher in Oberstdorf seine Erholung sucht, in der Speisekarte eine Menüauswahl, welche er in seinem täglichen Business-Leben an zahlreichen Geschäftsessen erleben „muss“;

Das Erlebnis

Es bietet sich geradezu an, auch im Wasserangebot unsere Region darzustellen und diese somit für alle erlebbar zu machen. So könnte beispielsweise der „Rote Faden“ für das Wasserangebot lauten: „Breitach-Stillach-Trettach-Illerursprung“.

Wildwasser für junge und junggebliebene Besucher könnte in Form eines „Wildwasserstrudels“ als „Breitachklamm“ dargestellt werden. Fels, Strudel, ggf. eine kleine „Erlebnisbrücke“ welche als „Zwingsteg“ dargestellt über die Wildwasserareale führt. Der „Grüne Gumpen“ der Klamm als Sprudelbecken ausgebaut mit kleiner Rutsche … Alles im öffentlichen, allgemeinen Bereich, könnte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mögliche Synergieeffekte (Therme – Breitachklamm) können in Erwägung gezogen werden…

  • Ein Ruhebecken, mit leichten Strömungen oder Massagestrudel, ausgebaut im Ruhebereich als „Stillach“, mit Hinweisen und Bezügen auf das Stillachtal…
  • Trettach, als Mineral- u. Heilwasserbecken, statt „Sole von Bad Reichenhall“…
  • „Bergnebel-Sauna“ statt „schwedischem Dampfbad“…
  • „Schnee vom Nebelhorn“ statt „Kalter Kübel“ nach dem Aufguss…
  • Im Ruheraum Hintergrundklänge von heimischen Vögeln statt „tibetischer Meditationsklangschalen“…
  • Moorbäder vom Oberstdorfer Moorweiher (in den Wintermonaten)
  • Kinderbereich „Burmi-Alpenwasser“ (mit Burmi-Maskottchen, analog Fellhornbahn) oder das „Sölli-Maskottchen“ statt einer bezuglosen „Drachen-Burgen-Feen-Ecke“ für die kleinen Besucher
  • u.v.m.

Ggf. gelingt es technisch und baulich, dass alle 3 „Hauptgewässer“ im Zentrum des Bades, im sog. Hauptbecken als „Illerursprung“ zusammenfließen. Wer hat denn schon einmal symbolisch am Ursprung von Donau und Schwarzem Meer gebadet?

5. Nachhaltigkeit

Der Einsatz von heimischen Produkten in der Gastronomie ermöglicht es, Kooperationen mit heimischen Erzeugern (Metzger, Landwirte, Käsereien…) zu schließen. Diese wiederum profitieren mit der Vermarktung Ihrer Produkte somit direkt vom neuen Bad. „Alpgenuss“ beispielsweise ist seit Jahren ein erfolgreiches Projekt, welches hier verglichen werden kann.

Der Einsatz von heimischen Produkten in den Anwendungsbereichen ermöglicht es, Kooperationspartner zu finden, die regionale Naturprodukte herstellen, biologisch und authentisch. Dies wäre allen anderen Bädern gegenüber einzigartig und würde ebenfalls die heimische Wirtschaft stärken.

Werden, wie in Punkt c) beispielhaft dargestellt, Oberstdorfer Naturerlebnisse (Breitach, Stillach, Trettach…) und die oberstdorftypischen Merkmale im Bad berücksichtigt, könnten wirtschaftliche Synergien geschaffen werden, z.B. durch gemeinsame Werbemaßnahmen und Kombitickets…

So könnten beispielsweise Kooperationen geschlossen werden, mit:

  • Breitachklamm
  • Seilbahnen „Das Höchste“
  • „Trettacher“ Wasser
  • Eigenbetriebe
  • Moorbad
  • u.v.m.

Wir wollen prüfen, ob sich analog zu den von uns vorgeschlagenen Elementen, eine Art „Lehrpfad: Oberstdorfs Menschen, Natur und Geschichte“ im Bad integrieren lässt (ggf. sogar förderfähig). Der Besucher soll während dem Badeerlebnis Oberstdorf erleben können!

6. Wirtschaftlichkeit

Das gesamte Konzept muss letztlich auf eine solide Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich das „neue Bad“ wirtschaftlich nicht komplett selber trägt.

Wenn jedoch ein „planmäßiges Defizit“ im Vorfeld von den Fachleuten berechnet wird, so ist sicherzustellen, dass trotzdem ein positiver Mehrwert gegeben ist, beispielsweise durch:

  • Werbeeffekt für den Gesamtort
  • Synergien für Vermieter und Vermieterverbände
  • Nachhaltige Kooperation mit Direktvermarktern (Landwirte, Metzger…)
  • Werbeeffekte mit Steigerung der Besucherzahlen für die Kooperationspartner
  • u.v.m.

Profitieren also im Allgemeinen alle Oberstdorfer Bürger und Gäste, sowie die Kooperationspartner nachhaltig von dem neuen Wasser- u. Badeangebot, so kann ein errechnetes „Defizit“ durchaus als „relatives“ Defizit betrachtet werden.

Hierzu bedarf es jedoch einer genauen und fachmännisches Kalkulation und externen wirtschaftlichen Betrachtung, welche bereits in Auftrag gegeben wurde.

Nur so kann dann auch ein solider Plan zur Refinanzierung erstellt werden. Wie auch in Punkt 3 erwähnt, fordern wir dass diese Ergebnisse zeitnah dem Marktgemeinderat zur Verfügung gestellt werden, bevor eine fortgeschrittene Gesamtplanung keine anderen Möglichkeiten mehr bietet und bevor der „Zeitdruck“ den Gemeinderat in eine Richtung „zwingt“.

Alle Möglichkeiten von finanziellen Förderungs- und Zuwendungsmöglichkeiten, müssen von der Verwaltung geprüft und beantragt werden.

7. Zukunft

Lassen Sie uns gemeinsam in eine maßvoll kalkulierte und nachhaltige Zukunft gehen. Das Projekt „neues Bad“ wird beispielhaft Zeichen geben, wie es in Oberstdorf weitergehen wird. Daher sehen wir dieses Projekt als große Chance um zu beweisen dass wir als Ort, als Gemeinde und auch als Mandatsträger sinnvoll und vernünftig handlungsfähig sein können. Gleichermaßen besteht jedoch auch die Gefahr, dass bleibende Schäden entstehen können, wenn die „großen“ Projekte weiterhin solitär betrachtet werden.

Deshalb fordern wir, als UOL- Fraktion im Gemeinderat, eine ganzheitliche Betrachtung der Ortsentwicklung sowie eine lückenlose Informationspolitik, damit wir ausgewogen und maßvoll für die Bedürfnisse der Gemeinde einstehen können;

Oberstdorf, im November 2016
Ihre UOL-Fraktion

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1. Vorsitzender
Hans-Christoph von Linstow
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